Grüße aus der Sperrzone: Corona … und plötzlich steht die Welt still?

Ausgangssperre Corona virus Innenstadt
Die Welt steht nicht still, wir sind nur grad nicht so viel rum …

Seit meinem letzten Post ist eine Woche vergangen und wenn man den Lauf der Dinge in diesen sieben Tagen nachverfolgt dann kann man nur sagen: “Well, that escalated quickly.” Seit einer Woche gibt’s eine Ausgangssperre, seit etwa drei Tagen eine generelle Quarantäne, sprich jeder bleibt in der eigenen Ortschaft. Ob die Maßnahmen ausreichend greifen, wird sich noch zeigen, dass noch mehr folgen wird, selbst wenn die derzeitige Frist vorbei ist, scheint naheliegend. So viel dazu.

Mein Job macht Homeoffice möglich, weshalb ich auch seit Dienstag ausschließlich in selbigem zu finden bin. Nachdem ich jahrelang als Freelancerin gearbeitet habe und mich seit Jahren an meiner Diss abquäle, bin ich Homeoffice gewöhnt, dank liebevoll optimiertem Büro in der Wohnung top ausgerüstet und arbeite so auch am besten. Selbst mit meinem Teilzeit-Bürojob nehme ich mir immer mal wieder kniffelige Sachen aus dem Büro mit nach Hause, um im Homeoffice mit für mich optimierten Setting meinen Job produktiv erledigen zu können. Arbeitstechnisch vermisse ich also nichts, ganz im Gegenteil. Ruhe, Frieden, frohes Schaffen. Wenn der Anlass nicht so tragisch wäre, würde ich die Entwicklung fast mit einem “how wonderful” kommentieren. Das lasse ich aber lieber und bin einfach nur froh, dass ich einen Job habe, der meinen Kolleginnen und mir die Möglichkeit gibt, sicher von zu Hause aus zu arbeiten. 

Die Illusion von Ruhe

Hier wird es nun aber auch interessant, denn wenn ich auf die Straßen blicke – entweder die vor meinen Fenstern oder jene auf Instagram und diversen Newsseiten – dann sehe ich … nichts. Oder eben kaum was. Vereinzelte Autos, Einkaufende, die den Gehsteig entlang hasten und Hunde beim Gassigang mit ihren Leinenhaltern. Abseits von malerischen Bildern ausgestorbener Straßen schaue ich mich dann aber mal kurz in meinem Arbeitsbereich um und entdecke wenig Ruhe und vieles, was nur darauf wartet, erledigt zu werden. Allem voran natürlich meine Diss, die ja mittlerweile sehr ungeduldig ist und dieses Jahr endlich fertiggestellt werden möchte. Drei Wochen Landunter dank Krankheit (kein Corona, nur banaler Infekt) haben mich in meinen Plänen zurückgeworfen, aber manchmal lassen sich die Dinge eben nicht so gut vereinbaren und durchziehen, wie ich es gerne hätte. Hier also schon mal nix mit Ruhe – bye bye Netflix-Night.

Abhängig vom Job haben einige im Homeoffice wahrscheinlich gerade eine verminderte Workload – im Kreativbereich etwa, in dem auch ich unterwegs bin, zeichnen sich Krisenzeiten ja gerne durch ordentlich Wellengang aus. Aber auch andere Branchen müssen womöglich erst mal die aktuellen Entwicklungen abwarten, bevor es wieder mit vollem Einsatz weitergeht. In diesem Kontext ist wahrscheinlich auch diese ‘Ruhe’ gemeint, von der so viele reden. Weniger Arbeit bringt mehr Zeit für Familie, Freunde, Spiel und Spaß – in der Quarantäne. Wer alleine wohnt, telefoniert hoffentlich gerne, sonst wird es einsam. Wer zu romantisch zu zweit wohnt, hat sich hoffentlich richtig lieb und wo Kinder auch noch mit dabei sind, hängen innige Liebe und Nervenstärke wohl direkt mit der Quadratmeteranzahl des Wohnraums und einem etwaigen Garten zusammen. Weniger Arbeit heißt für viele auch, endlich mal die Dinge erledigen zu können, die sonst immer vergessen oder verdrängt werden. Fensterputzen, Staubwischen, Schuhe putzen – mache ich persönlich ja nur, bevor meine Oma kommt. [Seit sie nicht mehr mobil ist, brauche ich deutlich weniger Swiffer-Aufsätze.] Kurzum, schon wieder nix mit der vielgepriesenen Ruhe.

So viele Nachrichten, so wenig Nerven …

Und dann mag abschließend doch tatsächlich mehr Ruhe einkehren als sonst. Keine sozialen Verpflichtungen, keine Termine außer Haus, überschaubare Workload und machbare Zusatzarbeiten. Alles aufgeräumt und sauber, kaum Beschäftigungstherapie übrig. Es bleibt Zeit fürs Lesen, eine Doku auf Netflix, und einfach ein bisschen Entspannung. Aber da spielt dann der Kopf nicht mit. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich hänge seit über eine Woche am Newsticker. In den letzten zehn Tagen habe ich die Regionalnachrichten öfters gelesen als in den letzten zehn Jahren. Ich schaue keine TV-Nachrichten, aber alle wichtigen Kanäle haben eine umfassende Onlinepräsenz – wenn es mich auch nur ansatzweise interessieren würde, könnte ich mit Ronaldinho seinen Vierziger im Knast per Liveübertragung feiern, so toll geht’s hier online ab. Zu toll fast schon. Wer aber permanent am Newsticker hängt, findet wenig Ruhe, zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach. Also lieber die Push-Meldungen wieder abbestellen und bewusst einmal täglich Nachrichten checken. So ist die Nachrichtenflut deutlich besser zu bewältigen, und die FOMO-Symptome nehmen deutlich ab.

Wie kommt also irgendwer drauf, dass die Welt stillsteht? Weil die Wirtschaft Einbußen einfährt? Weil kaum Autos auf den Straße unterwegs sind? Weil all die oh-so-wichtig Immer-Busy-Leutchen, die aus jedem Kaffeetreff ein organisatorisches Großereignis machen, ihre Busy-ness jetzt mal hinter verschlossenen Türen ausleben können? Weil es eine schöne Analogie ergibt? Weil es manchen Menschen Angst macht und bad news are good news also raus mit allen Headlines dieser Art? Weil es grad ein bisschen anders aussieht als sonst und das ist eine absolute Sensation? Weil der arme Planet sich jetzt mal ein paar Wochen von einigem Dreck, mit dem er sonst zugemüllt wird, erholen darf, und eine Ruhephase für die Natur ist mit Stillstand gleichzusetzen?

Nö, ich nehme das wahrscheinlich alles zu wörtlich. Konfrontiert mit Dingen, die wir nicht kennen, fällt es oft schwer, die passenden Worte zu finden. Wofür sonst gibt es Analogien, Metaphern und beschissene Marketingsprüche? Die Welt steht nicht still, nur weil ‘wir’ sie zur Abwechslung mal ein bisschen in Ruhe lassen (optimistisch umschrieben) – aber für uns steht sie still, weil wir gerade in den Hintergrund treten, wortwörtlich. Menschenleere Straßen, geschlossene Geschäfte, leere Autobahnen – wo wir sonst so besonders präsent das Geschehen dominieren, sind wir derzeit abwesend. Das gibt Raum für Ruhe, vermeintliche Ruhe, vorläufige Stille, schlagzeilenwirksamen Stillstand.

Selbst wenn im Hintergrund vieles weitergeht. Und unser Gedankenkarussell auf Hochtouren läuft. 

Grüße aus der Sperrzone – passt gut auf euch auf!

Bullet Journal im Traveler’s Notebook – Vertrautes mal anders

Traveler's Notebook schwarz mit Gummiband geschlossen

Wie in meinem letzten Februar-Update zu lesen, habe ich trotz Low Buy eine nicht unwichtige Neuanschaffung getätigt, die mir bei meiner Selbstorganisation noch besser helfen soll. Mit Arbeit, Dissertation und freiem Schreiben auf drei Baustellen unterwegs, ist mein permanent überreiztes Binsenhirn auf eine gutes Notizen-Fundament angewiesen, damit überhaupt irgendwo irgendwas weitergeht. Bullet Journals und ähnliches sind seit vielen Jahren nicht umsonst erfolgreich, und wir haben wohl alle unsere Erfahrungen mit verschiedenen Notizsystemen, analog und digital, gemacht. Digital ist nicht meines, deshalb analog – da aber dringend, umfassend, immer und überall.

Um das grundlegend zu gewährleisten, führe ich ja seit etwas mehr als zwei Jahren ein Bullet Journal und bin mit dem System an sich sehr zufrieden. Manches brauche ich mehr, manches weniger, und auf manches kann ich auch verzichten, aber die Idee, sich sein ganz eigenes System für Notizen, Kalender und Brainstorming aufzubauen, hilft mir auf jeden Fall enorm, nicht die Übersicht zu verlieren. Das absolut wichtigste an der Bullet-Journal-Methode ist für mich ist die individuelle Gestaltung des Kalenders; je nachdem, wie viel Platz ich für meine Termine und Notizen brauche, kann ich meine Wochen- und Tagesübersicht gestalten. Auf Pinterest und Instagram finden sich unzählige Designvorschläge und Anregungen, von denen auch ich schon viele ausprobiert habe, um was passendes für meine Bedürfnisse zu finden. Mit einem Bullet Journal von Dingbats habe ich in vielen Bereichen auch das perfekte Notizbuch gefunden außer eben in einem: dem Format.

Ich nutze am liebsten schmale Notizbücher, wie etwa die von Moleskine – deren Papier aber wiederum zu dünn für manche Zeichen- und Maleskapaden meinerseits ist. Deshalb dann Dingbats – nachhaltig, schön und dickes Papier. Aber: breit. Normal breites A5-Format, aber mir eben eine Ticken zu breit. Zumindest, wenn ich die Wahl habe. Und die habe ich vor kurzem gefunden.

Travelers Notebook aufgeschlagen und zu
Mein Traveler’s Notebook in schwarz. Der Stifthalter ist von Leuchtturm und zum Einkleben, für meine Kaweco Classic Sport aber recht unsportlich eng.

Vorhang auf für das Traveler’s Notebook

Schmal ist es auf jeden Fall, das Traveler’s Notebook der Traveler’s Company Japan, das früher von Midori vertrieben wurde. Die sind heute vor allem für die Inserts oder Refills des Notebooks – das ja eigentlich bloß ein Ledereinband für die individuell zusammenstellbaren Notizhefte und Inserts ist – zuständig. Ich habe mein Traveler’s Notebook in schwarz und der Standardgröße erstanden, inklusive dreier Notebooks (eines davon war inklusive) sowie dem Zipper Pocket Insert, das ich für verschiedenen flachen Kleinkram benutze und sehr empfehlen kann. Mit 12 cm statt 16 cm Breite ist das TN vier Zentimeter schlanker als mein Dingbats-Bullet-Journal, wenn es ein wenig gefüllt ist sogar nochmal etwas schmäler. Vom haptischen Erlebnis her also genau das, was ich wollte. Und auch sonst gefällt es mir in der Handhabung sehr gut.

Mit knapp über 70 Euro hat diese Anschaffung meine Low-Buy-Vorsätze natürlich ausgereizt. Mir ist bewusst, mit welchen Vorgaben und Vorstellungen ich in diese Challenge gegangen bin und eine Investition in diesem Ausmaß war da nicht geplant. Aber nachdem ich das Notebook jetzt gut vier Wochen in Verwendung habe – zwei davon als Bullet Journal – kann ich sagen, dass es sich amortisieren wird, wenn nicht finanziell, dann zumindest in der praktischen Handhabung.

drei notizhefte einbaende bunt gestaltet
Meine drei Notizbücher fürs TN: eines für die Organisation, eines fürs Kreative und eines fürs Hirn.

Ein etwas anderes Bullet Journal

Die drei Notizhefte in meinem Traveler’s Notebook habe ich in die Bereiche Bullet Journal, (freies) Schreiben und Dissertation aufgeteilt. Wenn ein Heft voll wird, muss nicht alles ausgetauscht werden, sondern nur das betreffende Heft. Das ist mit die beste Änderung, die ich mir von dem Wechsel auf ein neues System verspreche. Da ich mein Bullet Journal für praktische alles außer Uni- und Dissertationsnotizen nutze, waren meine Notizbücher in der Regel immer recht flott voll. Das wird wahrscheinlich mehreren so gehen und auch von Ryder Carroll thematisiert, und vielen ist das wahrscheinlich völlig egal. 

Ich bin allerdings eine ganz große Listenschreiberin. Ich führe Listen zu jedem Gehirnfurz, der sich äußern und festgehalten werden möchte, und meinem Binsenhirn sei Dank, sind selbst die doofsten Listen für mich oft sehr nützlich. Allerdings habe ich natürlich nicht immer die Nerven, all meine Listen immer von einem Bullet Journal ins nächste zu übertragen. Ein Post-It, Notiz dazu mit Verweis auf altes Notizbuch – muss reichen. Muss reichen? Ne, natürlich nicht, denn Binsenhirn sagt “out of sight, out of mind”, und das war es dann mit der Freude an der sinnvoll-doofigen Listenführung.

Und hier erhoffe ich mir nun umfassende Fortschritte: Das Bullet Journal in meinem Traveler’s Notebook verwende ich hauptsächlich als Planner, Notizbuch und Kalender. Für mein Tagebuch und meine Listen bleibt mir mein Dingbats-Notebook, und je nachdem, wie gut diese Trennung der Angelegenheiten für mich funktioniert, werde ich diese Aufteilung auch so weiterführen. Immerhin war ich immer GANZ BESONDERS bedacht darauf, mein Bullet Journal nicht irgendwo mal aus Versehen liegen zu lassen, da es ja auch mein Tagebuch ist. Wenn ich meine innersten Gedanken nicht verbal mit Freunden, Kollegen und Fremden teile, dann möchte ich das auch schriftlich nicht – schon gar nicht unfreiwillig. Und auch meine Listen machen jetzt wieder mehr Sinn, weil ich weiß, dass ich sie nicht alle paar Monate neu übertragen muss. Vielleicht sollte ich auch einfach lernen, mit weniger Listen auszukommen …?

Egal, vorerst gibt es jetzt also zwei Haupt-Notebooks, und ich kann mir in den kommenden Wochen und Monaten ansehen, wie das für mich funktioniert. An der Wochen- und Tagesübersicht bei meinem Bujo muss ich noch ein wenig tüfteln – mein Lieblingslayout hat im neuen Notizheft keinen Platz mehr, deshalb ist es Zeit für neues. Womöglich mache ich in Zukunft jede Woche ein Layout, wie es Cissy’s Art Cafe und Sarica Studio in ihren YouTube-Videos zeigen. So hätte ich die Möglichkeit einer Wochenübersicht mit anschließenden “freien” Listen, die so lange werden können, wie sie sollen. Ich werde es mal probieren und schauen, wie es mir passt. Immerhin ist so ein Bullet Journal ja sowieso ein Platz, um Neues auszuprobieren und rauszufinden, was einem gerade am besten gefällt. Und sowas kann sich ja auch immer mal wieder ändern.

aufgeschlagenes notizbuch mit wochenübersicht
Meine Wochenübersicht für März – es ist noch Luft nach oben …

Dadurch dass ich nun auch meine Uni- bzw. Dissertationsnotizen immer dabei habe, kann ich in dem Bereich jetzt ebenso spontan mal eine Idee oder einen Gedanken festhalten, wenn ich gerade keine Zeit habe, um es genauer auszuführen. Das ist ganz im Sinne meiner – mittlerweile überwiegend – regelmäßigen Beschäftigung mit diesem Lebensbereich. Schließlich soll in diesem Jahr der Rohfassung die ihr gebührende Aufmerksamkeit zuteil werden, und da braucht es jedes Hilfsmittel, das ich nutzbar machen kann, damit das klappt. Damit …
Aber ich bin zuversichtlich. Mit allen Auf und Abs habe ich dieses Jahr schon gute Fundamente geschaffen, an denen ich jederzeit weiterarbeiten kann, mal mehr und dann halt auch mal wieder weniger. Der Umstand, dass meine Diss jetzt auch in meinem Alltag in Form meines Bullet Journals/Notebooks so präsent ist, ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Alles weitere wird sich weisen …

Long story short (mal wieder): Bis jetzt bin ich von meinem neuen Traveler’s Notebook sehr begeistert und nutze es gerne. Auch als Bullet Journal hat es sich bis jetzt bewährt, wobei ich die letzten Tage krank war und es daher noch nicht so ausführlich weiter ausprobieren konnte, wie ich es gerne getan hätte.
Krankheitsbedingt kommt dieser Post übrigens auch verspätet – Asche auf mein Haupt. Und gute Gesundheit für alle – dringend nötig derzeit.

Mehr oder Weniger? Mein Low Buy Februar Update

Midori Traveler's notebook ausgepackt
Asche auf mein Haupt: Ich habe diesen Monat was neues gekauft.

Ein weiterer Monat mit selbstauferlegtem Konsumverzicht liegt hinter mir und im Rückblick muss ich doch zugeben, dass es ein wenig anders gelaufen ist, als ich mir gedacht hatte. Aber das ist ja nichts neues.

Versuchung oder Verbesserung?

Über eine kleine Heldinnentat bei großer Versuchung habe ich diesen Monat bereits berichtet. Doch darüber hinaus hat sich noch eine weiterer potentieller Neuerwerb eingeschlichen, der nach viel grübeln und diskutieren zum tatsächlichen Neuerwerb wurde: ein (ehemals Midori) Traveler’s Notebook der Traveler’s Company Japan.

Über die Vorzüge des Bullet-Journal-Konzepts für mein ADHS-Hirn habe ich an anderer Stelle bereits kurz berichtet. Dass es sich im Laufe der letzten (bald) zwei Jahre tatsächlich als Segen für meine zerpflückte Wahrnehmung erwiesen hat, praktisch alles in ein Buch zu packen und in diesem völlig frei nach meinen Bedürfnissen und Vorstellungen gestalten zu dürfen, hat mich von der seit langem gehypten Bullet-Journal-Methode überzeugt. Über die Jahre haben sich aber natürlich auch bestimmte Muster entwickelt, die für mich das Bullet Journal eben besonders wertvoll machen, allerdings auch dazu beitragen, dass es womöglich nicht von Vorteil ist, es absolut überallhin mitzunehmen oder genau so zu verwenden, wie ich es derzeit tue. Zum einen ist das der Umstand, dass ich mein Bullet Journal auch als eine Art Tagebuch verwende und sich darin dementsprechend sehr persönlich Einträge finden. Das möchte man ja dann doch nicht unbedingt im Büro liegen lassen. Zum anderen führe ich relativ viele fortlaufende Listen – Bücherwunschlisten, Podcast-Trackers, Kochinspirationslisten u.v.m. – die ich jedes mal wieder in eine neues Bullet Journal übertragen muss, wenn ich nicht zwischen zwei alten und einem neuen Journal hin- und herspringen möchte. All das ist Jammern auf hohem Niveau, aber nichtsdestotrotz eine Überlegung.

Der Held meines Herzens hatte sich vor einiger Zeit ein Grand Voyageur XL von Paper Republic gekauft, dessen Prinzip – verschiedene Notizhefte zu unterschiedlichen Themen in einem Einband zusammengebracht – mir zwar gut gefallen hat, nicht aber das Format, ein klassischer A5-Einband. Ich verwende zwar für mein Bullet Journal ebenfalls ein A5 Notizbuch von Dingbats, das ich vor allem wegen der ausgezeichneten Papierqualität und dem Nachhaltigkeitsansatz des Unternehmens schätze, das mir aber eigentlich ebenfalls zu breit ist. Mein Lieblingsformat ist das der klassischen Moleskine-Notizbücher, deren Papier aber wiederum so dünn ist, dass das Durchscheinen von Stiften und Tinte leider ein wenig too much für meinen Geschmack war.

Auf Instagram (wo sonst) kam mir nun das Traveler’s Notebook der Traveler’s Company Japan (ehemals Midori) unter, das eben jene Idee der verschiedenen Notizhefte mit einem für ich absolut traumhaften Format vereint. Ein kleiner Laden vor Ort hatte das Traveler’s Notebook inklusive verschiedener Notizhefte und Zubehör lagernd und nach langen Überlegungen und Diskussionen mit dem inspirierenden Held meines Herzens habe ich dann tatsächlich auch zugeschlagen. Seit zwei Wochen stelle ich mein Traveler’s Notebook zusammen, seit heute (1. März) geht es nun auch als Bullet Journal an den Start. Wie es sich bewähren wird, was mein erster Eindruck ist und wie ich dieses Notebook-System für mich verwende, möchte ich in einem eigenen Post näher betrachten.

Für diesen Post sei festgehalten, dass ich mit mir gerungen habe, ob dieser Kauf wirklich gerechtfertigt ist. Wer selbst gerne mit Notizbüchern und Journals arbeitet weiß, dass es nicht immer leicht ist, ein gutes System für sich selbst zu finden. Für manche ist es völlig egal, welche Art von Notizbuch sie nutzen, Hauptsache, es ist aus Papier und sieht gut aus. Andere wiederum probieren verschiedene Formate, Papierstärken, Hersteller, Designvorstellungen und mehr. Meine Herangehensweise liegt irgendwo in der Mitte. Aber offen für Verbesserungsvorschläge bin ich fast immer. So nun auch hier. Trotz Low Buy Jahr. 

Ein kleiner Kompromiss

Um den Kauf des Notebooks zumindest irgendwie zu kompensieren, gab es diesen Monat keine neuen Bücher. Damit will ich nicht signalisieren, dass Buch doch Buch ist, egal ob “Notiz-“ davor steht – das wäre Augenwischerei. Vielmehr möchte ich so doch Bewusstsein für das Motto dieses Jahres schaffen, in dem es eben gerade darum geht, dass nicht alles geht. Wenn ich etwas Neues entdecke, von dem ich mir eine deutliche Verbesserung in wichtigen Bereichen meines Lebens verspreche, dann soll auch in diesem Low Buy Jahr Platz für eine entsprechende Anschaffung oder Neuerung sein – deshalb ist es ja schließlich auch ein Low Buy und kein No Buy Jahr, das wäre mir tatsächlich zu eng gewesen. ABER – und hier folgt ein sehr großes ABER – es bleibt bei einem Jahr, in dem die Neuentdeckung und Nutzung dessen, was ich bereits besitze, vor dem ständigen Neuerwerb von Dingen, die ich eigentlich irgendwie ähnlich bereits besitze und dementsprechend nicht brauche, Vorrang hat. Was bisher auch sehr gut klappt. Und auch weiterhin gut klappen soll …

Um diese Abweichung vom vorgegebenen Kurs also zumindest anzuerkennen, gab es nun diesen Monat kein einziges neues Buch für mich. Was ich auch gut überlebt habe, schließlich habe ich drei Regale voll mit vielen tollen Geschichten, die nur darauf warten, unter all den Stapeln an ungelesenen Neuerwerbungen ebenfalls entdeckt zu werden. Vier Tage viraler Infekt gaben Anlass genug, mal wieder ein wenig zu stöbern, zu finden, zu lesen und zu erkennen, dass vielleicht doch nicht alles so toll ist, was da wartet. Aber das ist gut so, weil ganz normal. Und trotzdem interessant.

Sonst was neues?

Abgesehen von tiergehenden Gewissenskonflikten und großen Versuchungen war mein Februar ein angenehm unaufgeregter Monat. Ein paar Geburtstage, ein paar Rechnungen, aber ansonsten keine nennenswerten Abenteuer. Ich konnte mich noch nicht zur Budgeterstellung motivieren, vermute (und/oder hoffe) aber, dass ich mein Sparziel dieses Monat ohne gröbere Einschnitte erreicht habe.

Verabredungen zum Essen und etwaige Einladungen lagen innerhalb meiner Kalkulationen und somit im Rahmen dessen, was ich dieses Jahr so machen “darf”, um die gemeinsame Zeit mit lieben Menschen nicht bei einem Glas Wasser und trockenem Zwieback bestreiten zu müssen. Die Essensplanung trägt weiterhin zur Übersichtlichkeit der Ausgaben bei und außer ein wenig Bastelzeug, das ersetzt bzw. neu angeschafft wurde, gab es keine gröberen monetären Verluste zu beklagen.

Der Start in den März ist also ein optimistischer, in mehrfacher Hinsicht. Ob sich der Optimismus halten lässt, wird sich noch zeigen, schließlich sind unsere Wege ja dann doch oft ein wenig verschlungener und aufregender, als wir uns das so vorstellen. Es bleibt uns allen, das beste daraus zu machen …

Als denn, dann wollen wir mal :)