Mehr oder Weniger? Mein Low Buy Februar Update

Midori Traveler's notebook ausgepackt
Asche auf mein Haupt: Ich habe diesen Monat was neues gekauft.

Ein weiterer Monat mit selbstauferlegtem Konsumverzicht liegt hinter mir und im Rückblick muss ich doch zugeben, dass es ein wenig anders gelaufen ist, als ich mir gedacht hatte. Aber das ist ja nichts neues.

Versuchung oder Verbesserung?

Über eine kleine Heldinnentat bei großer Versuchung habe ich diesen Monat bereits berichtet. Doch darüber hinaus hat sich noch eine weiterer potentieller Neuerwerb eingeschlichen, der nach viel grübeln und diskutieren zum tatsächlichen Neuerwerb wurde: ein (ehemals Midori) Traveler’s Notebook der Traveler’s Company Japan.

Über die Vorzüge des Bullet-Journal-Konzepts für mein ADHS-Hirn habe ich an anderer Stelle bereits kurz berichtet. Dass es sich im Laufe der letzten (bald) zwei Jahre tatsächlich als Segen für meine zerpflückte Wahrnehmung erwiesen hat, praktisch alles in ein Buch zu packen und in diesem völlig frei nach meinen Bedürfnissen und Vorstellungen gestalten zu dürfen, hat mich von der seit langem gehypten Bullet-Journal-Methode überzeugt. Über die Jahre haben sich aber natürlich auch bestimmte Muster entwickelt, die für mich das Bullet Journal eben besonders wertvoll machen, allerdings auch dazu beitragen, dass es womöglich nicht von Vorteil ist, es absolut überallhin mitzunehmen oder genau so zu verwenden, wie ich es derzeit tue. Zum einen ist das der Umstand, dass ich mein Bullet Journal auch als eine Art Tagebuch verwende und sich darin dementsprechend sehr persönlich Einträge finden. Das möchte man ja dann doch nicht unbedingt im Büro liegen lassen. Zum anderen führe ich relativ viele fortlaufende Listen – Bücherwunschlisten, Podcast-Trackers, Kochinspirationslisten u.v.m. – die ich jedes mal wieder in eine neues Bullet Journal übertragen muss, wenn ich nicht zwischen zwei alten und einem neuen Journal hin- und herspringen möchte. All das ist Jammern auf hohem Niveau, aber nichtsdestotrotz eine Überlegung.

Der Held meines Herzens hatte sich vor einiger Zeit ein Grand Voyageur XL von Paper Republic gekauft, dessen Prinzip – verschiedene Notizhefte zu unterschiedlichen Themen in einem Einband zusammengebracht – mir zwar gut gefallen hat, nicht aber das Format, ein klassischer A5-Einband. Ich verwende zwar für mein Bullet Journal ebenfalls ein A5 Notizbuch von Dingbats, das ich vor allem wegen der ausgezeichneten Papierqualität und dem Nachhaltigkeitsansatz des Unternehmens schätze, das mir aber eigentlich ebenfalls zu breit ist. Mein Lieblingsformat ist das der klassischen Moleskine-Notizbücher, deren Papier aber wiederum so dünn ist, dass das Durchscheinen von Stiften und Tinte leider ein wenig too much für meinen Geschmack war.

Auf Instagram (wo sonst) kam mir nun das Traveler’s Notebook der Traveler’s Company Japan (ehemals Midori) unter, das eben jene Idee der verschiedenen Notizhefte mit einem für ich absolut traumhaften Format vereint. Ein kleiner Laden vor Ort hatte das Traveler’s Notebook inklusive verschiedener Notizhefte und Zubehör lagernd und nach langen Überlegungen und Diskussionen mit dem inspirierenden Held meines Herzens habe ich dann tatsächlich auch zugeschlagen. Seit zwei Wochen stelle ich mein Traveler’s Notebook zusammen, seit heute (1. März) geht es nun auch als Bullet Journal an den Start. Wie es sich bewähren wird, was mein erster Eindruck ist und wie ich dieses Notebook-System für mich verwende, möchte ich in einem eigenen Post näher betrachten.

Für diesen Post sei festgehalten, dass ich mit mir gerungen habe, ob dieser Kauf wirklich gerechtfertigt ist. Wer selbst gerne mit Notizbüchern und Journals arbeitet weiß, dass es nicht immer leicht ist, ein gutes System für sich selbst zu finden. Für manche ist es völlig egal, welche Art von Notizbuch sie nutzen, Hauptsache, es ist aus Papier und sieht gut aus. Andere wiederum probieren verschiedene Formate, Papierstärken, Hersteller, Designvorstellungen und mehr. Meine Herangehensweise liegt irgendwo in der Mitte. Aber offen für Verbesserungsvorschläge bin ich fast immer. So nun auch hier. Trotz Low Buy Jahr. 

Ein kleiner Kompromiss

Um den Kauf des Notebooks zumindest irgendwie zu kompensieren, gab es diesen Monat keine neuen Bücher. Damit will ich nicht signalisieren, dass Buch doch Buch ist, egal ob “Notiz-“ davor steht – das wäre Augenwischerei. Vielmehr möchte ich so doch Bewusstsein für das Motto dieses Jahres schaffen, in dem es eben gerade darum geht, dass nicht alles geht. Wenn ich etwas Neues entdecke, von dem ich mir eine deutliche Verbesserung in wichtigen Bereichen meines Lebens verspreche, dann soll auch in diesem Low Buy Jahr Platz für eine entsprechende Anschaffung oder Neuerung sein – deshalb ist es ja schließlich auch ein Low Buy und kein No Buy Jahr, das wäre mir tatsächlich zu eng gewesen. ABER – und hier folgt ein sehr großes ABER – es bleibt bei einem Jahr, in dem die Neuentdeckung und Nutzung dessen, was ich bereits besitze, vor dem ständigen Neuerwerb von Dingen, die ich eigentlich irgendwie ähnlich bereits besitze und dementsprechend nicht brauche, Vorrang hat. Was bisher auch sehr gut klappt. Und auch weiterhin gut klappen soll …

Um diese Abweichung vom vorgegebenen Kurs also zumindest anzuerkennen, gab es nun diesen Monat kein einziges neues Buch für mich. Was ich auch gut überlebt habe, schließlich habe ich drei Regale voll mit vielen tollen Geschichten, die nur darauf warten, unter all den Stapeln an ungelesenen Neuerwerbungen ebenfalls entdeckt zu werden. Vier Tage viraler Infekt gaben Anlass genug, mal wieder ein wenig zu stöbern, zu finden, zu lesen und zu erkennen, dass vielleicht doch nicht alles so toll ist, was da wartet. Aber das ist gut so, weil ganz normal. Und trotzdem interessant.

Sonst was neues?

Abgesehen von tiergehenden Gewissenskonflikten und großen Versuchungen war mein Februar ein angenehm unaufgeregter Monat. Ein paar Geburtstage, ein paar Rechnungen, aber ansonsten keine nennenswerten Abenteuer. Ich konnte mich noch nicht zur Budgeterstellung motivieren, vermute (und/oder hoffe) aber, dass ich mein Sparziel dieses Monat ohne gröbere Einschnitte erreicht habe.

Verabredungen zum Essen und etwaige Einladungen lagen innerhalb meiner Kalkulationen und somit im Rahmen dessen, was ich dieses Jahr so machen “darf”, um die gemeinsame Zeit mit lieben Menschen nicht bei einem Glas Wasser und trockenem Zwieback bestreiten zu müssen. Die Essensplanung trägt weiterhin zur Übersichtlichkeit der Ausgaben bei und außer ein wenig Bastelzeug, das ersetzt bzw. neu angeschafft wurde, gab es keine gröberen monetären Verluste zu beklagen.

Der Start in den März ist also ein optimistischer, in mehrfacher Hinsicht. Ob sich der Optimismus halten lässt, wird sich noch zeigen, schließlich sind unsere Wege ja dann doch oft ein wenig verschlungener und aufregender, als wir uns das so vorstellen. Es bleibt uns allen, das beste daraus zu machen …

Als denn, dann wollen wir mal :)

  

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