Bullet Journal im Traveler’s Notebook – Vertrautes mal anders

Traveler's Notebook schwarz mit Gummiband geschlossen

Wie in meinem letzten Februar-Update zu lesen, habe ich trotz Low Buy eine nicht unwichtige Neuanschaffung getätigt, die mir bei meiner Selbstorganisation noch besser helfen soll. Mit Arbeit, Dissertation und freiem Schreiben auf drei Baustellen unterwegs, ist mein permanent überreiztes Binsenhirn auf eine gutes Notizen-Fundament angewiesen, damit überhaupt irgendwo irgendwas weitergeht. Bullet Journals und ähnliches sind seit vielen Jahren nicht umsonst erfolgreich, und wir haben wohl alle unsere Erfahrungen mit verschiedenen Notizsystemen, analog und digital, gemacht. Digital ist nicht meines, deshalb analog – da aber dringend, umfassend, immer und überall.

Um das grundlegend zu gewährleisten, führe ich ja seit etwas mehr als zwei Jahren ein Bullet Journal und bin mit dem System an sich sehr zufrieden. Manches brauche ich mehr, manches weniger, und auf manches kann ich auch verzichten, aber die Idee, sich sein ganz eigenes System für Notizen, Kalender und Brainstorming aufzubauen, hilft mir auf jeden Fall enorm, nicht die Übersicht zu verlieren. Das absolut wichtigste an der Bullet-Journal-Methode ist für mich ist die individuelle Gestaltung des Kalenders; je nachdem, wie viel Platz ich für meine Termine und Notizen brauche, kann ich meine Wochen- und Tagesübersicht gestalten. Auf Pinterest und Instagram finden sich unzählige Designvorschläge und Anregungen, von denen auch ich schon viele ausprobiert habe, um was passendes für meine Bedürfnisse zu finden. Mit einem Bullet Journal von Dingbats habe ich in vielen Bereichen auch das perfekte Notizbuch gefunden außer eben in einem: dem Format.

Ich nutze am liebsten schmale Notizbücher, wie etwa die von Moleskine – deren Papier aber wiederum zu dünn für manche Zeichen- und Maleskapaden meinerseits ist. Deshalb dann Dingbats – nachhaltig, schön und dickes Papier. Aber: breit. Normal breites A5-Format, aber mir eben eine Ticken zu breit. Zumindest, wenn ich die Wahl habe. Und die habe ich vor kurzem gefunden.

Travelers Notebook aufgeschlagen und zu
Mein Traveler’s Notebook in schwarz. Der Stifthalter ist von Leuchtturm und zum Einkleben, für meine Kaweco Classic Sport aber recht unsportlich eng.

Vorhang auf für das Traveler’s Notebook

Schmal ist es auf jeden Fall, das Traveler’s Notebook der Traveler’s Company Japan, das früher von Midori vertrieben wurde. Die sind heute vor allem für die Inserts oder Refills des Notebooks – das ja eigentlich bloß ein Ledereinband für die individuell zusammenstellbaren Notizhefte und Inserts ist – zuständig. Ich habe mein Traveler’s Notebook in schwarz und der Standardgröße erstanden, inklusive dreier Notebooks (eines davon war inklusive) sowie dem Zipper Pocket Insert, das ich für verschiedenen flachen Kleinkram benutze und sehr empfehlen kann. Mit 12 cm statt 16 cm Breite ist das TN vier Zentimeter schlanker als mein Dingbats-Bullet-Journal, wenn es ein wenig gefüllt ist sogar nochmal etwas schmäler. Vom haptischen Erlebnis her also genau das, was ich wollte. Und auch sonst gefällt es mir in der Handhabung sehr gut.

Mit knapp über 70 Euro hat diese Anschaffung meine Low-Buy-Vorsätze natürlich ausgereizt. Mir ist bewusst, mit welchen Vorgaben und Vorstellungen ich in diese Challenge gegangen bin und eine Investition in diesem Ausmaß war da nicht geplant. Aber nachdem ich das Notebook jetzt gut vier Wochen in Verwendung habe – zwei davon als Bullet Journal – kann ich sagen, dass es sich amortisieren wird, wenn nicht finanziell, dann zumindest in der praktischen Handhabung.

drei notizhefte einbaende bunt gestaltet
Meine drei Notizbücher fürs TN: eines für die Organisation, eines fürs Kreative und eines fürs Hirn.

Ein etwas anderes Bullet Journal

Die drei Notizhefte in meinem Traveler’s Notebook habe ich in die Bereiche Bullet Journal, (freies) Schreiben und Dissertation aufgeteilt. Wenn ein Heft voll wird, muss nicht alles ausgetauscht werden, sondern nur das betreffende Heft. Das ist mit die beste Änderung, die ich mir von dem Wechsel auf ein neues System verspreche. Da ich mein Bullet Journal für praktische alles außer Uni- und Dissertationsnotizen nutze, waren meine Notizbücher in der Regel immer recht flott voll. Das wird wahrscheinlich mehreren so gehen und auch von Ryder Carroll thematisiert, und vielen ist das wahrscheinlich völlig egal. 

Ich bin allerdings eine ganz große Listenschreiberin. Ich führe Listen zu jedem Gehirnfurz, der sich äußern und festgehalten werden möchte, und meinem Binsenhirn sei Dank, sind selbst die doofsten Listen für mich oft sehr nützlich. Allerdings habe ich natürlich nicht immer die Nerven, all meine Listen immer von einem Bullet Journal ins nächste zu übertragen. Ein Post-It, Notiz dazu mit Verweis auf altes Notizbuch – muss reichen. Muss reichen? Ne, natürlich nicht, denn Binsenhirn sagt “out of sight, out of mind”, und das war es dann mit der Freude an der sinnvoll-doofigen Listenführung.

Und hier erhoffe ich mir nun umfassende Fortschritte: Das Bullet Journal in meinem Traveler’s Notebook verwende ich hauptsächlich als Planner, Notizbuch und Kalender. Für mein Tagebuch und meine Listen bleibt mir mein Dingbats-Notebook, und je nachdem, wie gut diese Trennung der Angelegenheiten für mich funktioniert, werde ich diese Aufteilung auch so weiterführen. Immerhin war ich immer GANZ BESONDERS bedacht darauf, mein Bullet Journal nicht irgendwo mal aus Versehen liegen zu lassen, da es ja auch mein Tagebuch ist. Wenn ich meine innersten Gedanken nicht verbal mit Freunden, Kollegen und Fremden teile, dann möchte ich das auch schriftlich nicht – schon gar nicht unfreiwillig. Und auch meine Listen machen jetzt wieder mehr Sinn, weil ich weiß, dass ich sie nicht alle paar Monate neu übertragen muss. Vielleicht sollte ich auch einfach lernen, mit weniger Listen auszukommen …?

Egal, vorerst gibt es jetzt also zwei Haupt-Notebooks, und ich kann mir in den kommenden Wochen und Monaten ansehen, wie das für mich funktioniert. An der Wochen- und Tagesübersicht bei meinem Bujo muss ich noch ein wenig tüfteln – mein Lieblingslayout hat im neuen Notizheft keinen Platz mehr, deshalb ist es Zeit für neues. Womöglich mache ich in Zukunft jede Woche ein Layout, wie es Cissy’s Art Cafe und Sarica Studio in ihren YouTube-Videos zeigen. So hätte ich die Möglichkeit einer Wochenübersicht mit anschließenden “freien” Listen, die so lange werden können, wie sie sollen. Ich werde es mal probieren und schauen, wie es mir passt. Immerhin ist so ein Bullet Journal ja sowieso ein Platz, um Neues auszuprobieren und rauszufinden, was einem gerade am besten gefällt. Und sowas kann sich ja auch immer mal wieder ändern.

aufgeschlagenes notizbuch mit wochenübersicht
Meine Wochenübersicht für März – es ist noch Luft nach oben …

Dadurch dass ich nun auch meine Uni- bzw. Dissertationsnotizen immer dabei habe, kann ich in dem Bereich jetzt ebenso spontan mal eine Idee oder einen Gedanken festhalten, wenn ich gerade keine Zeit habe, um es genauer auszuführen. Das ist ganz im Sinne meiner – mittlerweile überwiegend – regelmäßigen Beschäftigung mit diesem Lebensbereich. Schließlich soll in diesem Jahr der Rohfassung die ihr gebührende Aufmerksamkeit zuteil werden, und da braucht es jedes Hilfsmittel, das ich nutzbar machen kann, damit das klappt. Damit …
Aber ich bin zuversichtlich. Mit allen Auf und Abs habe ich dieses Jahr schon gute Fundamente geschaffen, an denen ich jederzeit weiterarbeiten kann, mal mehr und dann halt auch mal wieder weniger. Der Umstand, dass meine Diss jetzt auch in meinem Alltag in Form meines Bullet Journals/Notebooks so präsent ist, ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Alles weitere wird sich weisen …

Long story short (mal wieder): Bis jetzt bin ich von meinem neuen Traveler’s Notebook sehr begeistert und nutze es gerne. Auch als Bullet Journal hat es sich bis jetzt bewährt, wobei ich die letzten Tage krank war und es daher noch nicht so ausführlich weiter ausprobieren konnte, wie ich es gerne getan hätte.
Krankheitsbedingt kommt dieser Post übrigens auch verspätet – Asche auf mein Haupt. Und gute Gesundheit für alle – dringend nötig derzeit.

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